[Kurzrezensionen] Vier Bücher für den Herbst | A Monster Calls, If We Were Villains, Sadie, City of Ghosts

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Ich kämpfe jetzt schon circa ein Jahr damit, dass ich so viele ausstehende Rezensionen zu meinen gelesen Büchern habe und war ziemlich lange so überfordert damit, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte und habe deswegen einfach gar nichts geschrieben habe.

Heute ist mir dann die Idee gekommen, dass ich einfach versuchen könnte, die Bücher in verschiedene Kategorien einzuteilen, um sie so in einem Post zusammenzufassen. Als erstes, weil es gerade eben passt, ist mir dazu das Thema Herbst eingefallen. Ich habe bereits eine Herbstleseliste gemacht, aber darin nicht über Bücher gesprochen, die ich schon gelesen habe. 

Deswegen mache ich das jetzt. (Man kann die Bücher natürlich auch zu jeder anderen Jahreszeit lesen, aber sie haben einfach diesen Herbst-Vibe.)

A Monster Calls

A Monster Calls | Patrick Ness | Einzelband | 226 Seiten

“You do not write your life with words...You write it with actions. What you think is not important. It is only important what you do.”

CN: Tod

A Monster Calls war letztes Jahr auf meiner Leseliste für den Herbst und sollte dabei eigentlich einfach ein richtig gutes Gruselbuch sein. Ich hatte sehr, sehr viel Positives über dieses Buch gehört und all diesen Dingen konnte ich mich innerhalb kürzester Zeit nur anschließen. Ich war von Seite 1 an so fasziniert davon, wie schön die Geschichte geschrieben ist, dass ich teilweise einfach nur fasziniert dasaß und die Wörter vor mir angestarrt habe.

Und ich habe noch nicht mal angefangen, über die Geschichte an sich zu sprechen. Das Buch sollte gruselig sein, immerhin geht es um ein "Monster", aber am Ende hat es eher dazu geführt, dass ich durchgehend geheult habe. Ein Großteil der Geschichte handelt vom Tod und wie man mit dem Tod einer geliebten Person umgeht, besonders als jüngeres Kind (es kann aber auch auf alle anderen Altersgruppen übertragen werden). Ich habe mir kurz vorgestellt, wie ich es wäre, wenn ich das Buch irgendwann mal meinen Kindern vorlese, sollte ich die in zehn Jahren mal haben und dachte erst, dass die Geschichte dafür viel zu traurig ist. Doch dann ist mir erst klar geworden, dass das genau der Grund, warum die Geschichte auch für Kinder ist, denn es ist auch für sie wichtig sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Immerhin interessiert sich der Tod nicht für das Alter von Personen. Wenn es also ein Buch gibt, das gut mit düsteren Themen umgeht und dabei trotzdem eine schöne und herzerwärmende Geschichte kreiert, die ihre Leser*innen tief berührt, dann ist es diese hier. 

Ich bin davon überzeugt, dass absolut jede*r auf der Welt dieses Buch lesen sollte, weil es so viele wichtige Lektionen enthält und ich nicht glaube, dass ich diese Geschichte jemals vergessen werde. 

If We Were Villains


If We Were Villains | M. L. Rio | Einzelband | 432 Seiten

“For someone who loved words as much as I did, it was amazing how often they failed me.”

Noch ein Buch von meiner Herbstliste vom letzten Jahr ist If We Were Villains von M. L. Rio. Ein Thriller, über den ich auch seit Jahren nur Positives gehört hatte und an den ich mich aus diesem Grund fast nicht herangetraut hätte. Das ist auch allgemein etwas, was ich zu dem Buch sagen kann: man muss sich auf die Geschichte einlassen wollen. Alle Charaktere gehen an eine Art Elite-College, an dem sie Schauspiel studieren, was dazu führt, dass sie in so gut wie jeder Lebenslage Shakespeare zitieren und man auch manchmal seitenweise nichts anderes bekommt. Wenn ihr davon als keine Fans seid, würde ich sagen, ist das Buch eher nichts für euch. 

Wenn ihr euch jedoch auf die Geschichte einlasst, sind besonders diese Dialoge, das, was so fesselnd in der Geschichte sind und die Leser*innen mitreißen können (auch, wenn ihr die Stücke selbst nicht kennt). Da die Geschichte allerdings wie oben schon erwähnt, ein Thriller ist, bekommen diese Szenen schnell einen bitteren Beigeschmack, sind dadurch aber nicht weniger faszinierend als vorher. 

Da ich für mich aber sehr viel der Geschichte mit den Charakteren steht und fällt, will ich auch dazu noch etwas sagen. Die Freundesgruppe, die hier den Hauptcast bildet, wurde meiner Meinung nach sehr gut dargestellt. Alle haben ihre ganz bestimmte Rolle und sie sind höchstintelligent, was die Handlung nur umso spannender macht, denn wie das Buch richtig sagt: 

“You can justify anything if you do it poetically enough.”

Alles in allem hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen hat. Wenn ich auch, dass Gefühl habe, dass es mich nicht ganz so umgehauen wie die meisten anderen. Das könnte aber auch einfach daran liegen, dass meine Erwartungen ein kleines bisschen zu hoch waren. Besonders gemein ist hier auch das Ende, das somit aber auch perfekt zur Geschichte passt.

Sadie

Sadie | Courtney Summers | Einzelband | 308 Seiten

“But love is complicated, it’s messy. It can inspire selflessness, selfishness, our greatest accomplishments and our hardest mistakes. It brings us together and it can just as easily drive us apart.”

TW: sexuelle Gewalt, Belästigung, Pädophilie, Vergewaltigung, Mord

Das letzte Buch von meiner Oktober-Leseliste von letztem Jahr war Sadie, noch ein Thriller, ein sehr intensiver Thriller, den ich uneingeschränkt empfehlen kann — wenn ihr mit den oben genannten Themen klarkommt. Das einzige Manko, dass ich bei dem Buch hatte, war der Anfang und dass ich einfach ein bisschen gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Das ist nicht wirklich ein großer Kritikpunkt, aber er hat am Ende dazu geführt, dass ich einen halben Punkt abgezogen habe.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, Sadies und die vom Reporter West McCray, der einen Podcast über Sadies Geschichte veröffentlicht und deswegen ihrer Spur folgt. Seine Kapitel sind deswegen auch wie ein Podcast aufgebaut (und ich habe gehört, dass die Hörbuchversion deswegen auch grandios sein soll). 

Ich mochte den Schreibstil der Geschichte hier wieder sehr, weil er sehr düster und atmosphärisch war und damit perfekt die Stimmung des Buches eingefangen hat. Besonders die Mystery-Elemente waren unglaublich gut eingearbeitet und hat nichts beschönigt, aber auch nichts zu früh verraten. 

I wish his darkness lived outside of him because you have to know it's there to see it. Like all real monsters, he hides in plain sight.

Ab einem bestimmten Punkt konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und war so gefesselt und gleichzeitig ängstlich, was als nächstes passieren würde. Was wirklich passiert, wird auch bis zum Ende offen gehalten und das Ende ist auch hier sehr gemein, aber gleichzeitig sehr passend für die Geschichte.

Ich glaube nicht, dass mich ein Buch jemals mit so unterschiedlichen Gefühlen zurückgelassen hat, aber am Ende hat es es irgendwie geschafft, mich geschockt, traurig und gleichzeitig hoffnungsvoll zurückzulassen.

City of Ghosts

City of Ghosts | Victoria Schwab | Reihe #1 | 285 Seiten

“People think that ghosts only come out at night, or on Halloween, when the world is dark and the walls are thin. But the truth is, ghosts are everywhere.”

Das Herbstbuch, das ich tatsächlich dieses Jahr gelesen habe, war City of Ghosts von Victoria Schwab. Auch hier dachte ich, dass es die perfekte Herbst/Grusel-Atmosphäre haben würde und das hatte es auch. Es war damit eigentlich genau das, was ich für den Oktober wollte. Leider konnte es mich trotz allem nicht so sehr packen wie die anderen Bücher, die ich zuvor genannt habe.

Das fand ich sehr schade, denn Victoria Schwab ist eine meiner Lieblingsautorinnen und es gab von ihr bisher nichts, was ich nicht mochte, aber ich glaube meine Enttäuschung hat hauptsächlich damit zu tun, dass es ein Middle Grade-Roman ist. Ab und zu versuche ich es immer mal wieder mit dieser Altersklasse, aber irgendwie merke ich doch jedes Mal, dass es nicht so ganz meins ist. Dafür kann die Autorin ja aber nichts. 

Geschrieben war das Buch jedenfalls großartig und hat deswegen auch die Atmosphäre perfekt gemacht. Ich war noch nie in Edinburgh, aber ich hatte die Stadt genau vor Augen und habe mich gefühlt, als wäre ich dort. Jetzt ist der Wunsch die Stadt zu besuchen noch viel größer geworden. 

Es gibt an sich nichts, was ich an der Geschichte auszusetzen habe, es ist eben für Kinder im Alter von 8-12 geschrieben, womit ich einfach schon sehr lange nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Ich würde sagen, es ist daher ein klarer Fall von "it's not you, it's me". Und ich würde das Buch trotzdem allen empfehlen, die die Geschichte anspricht. 

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