Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] Perfect Gentlemen - Ein One-Night-Stand ist nicht genug

Perfect Gentlemen - Ein One-Night-Stand ist nicht genug | Shayla Black und Lexi Blake | Reihe #1 | 512 Seiten

INHALT

Gabriel Bond muss nicht nur seinen besten Freund beerdigen, sondern auch das Chaos beseitigen, das dieser hinterlassen hat - darunter eine Firma, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Um all dem für eine kurze Weile zu entfliehen, sucht er Vergessen in den Armen einer Fremden - die sich am nächsten Tag als eine seiner neuen Angestellten entpuppt ...

Erster Satz

Gabriel Bond hätte seinen Freund am liebsten umgebracht.

Meine Meinung

Okay, nachdem ich gerade meine Rezension zu „A Conjuring of Light“ und wie sehr ich es geliebt habe, geschrieben habe, muss ich mich jetzt besinnen und leider auch ein paar Worte zu diesem Buch verlieren. 

Vorneweg: es wird Spoiler geben (falls jemand vorhat das Buch noch zu lesen und wozu ich nur sagen kann: spart euch die Zeit), denn ich habe nicht vor, noch mehr Energie in dieses Buch zu investieren. 

Man merkt vielleicht schon, in welche Richtung diese Rezension geht und ich schreibe wirklich nicht gerne Rezensionen, in denen ich das Buch total auseinanderpflücke. Ich versuche es immer eher in die Richtung zu drehen, dass das Buch einfach nichts für mich ist und es anderen aber trotzdem gefallen könnte und das wird das hier mal nicht sein. Diesmal interessiert es mich ausnahmsweise mal nicht, wie viel Arbeit es ist ein Buch zu schreiben und dass man es eben nicht allen rechtmachen kann und so weiter und so fort. 

Am besten ich fange mal von vorne an. Ich habe dieses Buch von meiner Mutter ausgeliehen. Sie gibt mir oft Bücher aus diesem Genre, die sie begeistert haben und ich freue mich sehr darüber, die Begeisterung mit ihr zu teilen. Ich habe einen ganzen Stapel an Liebesromanen hier und nach „ACOL“ brauchte ich etwas leichtes, um mich entspannen zu können und da hat mich die Beschreibung von „Perfect Gentlemen“ am meisten angesprochen.

Es geht um eine Gruppe von sechs Außenseitern, die in ihrer Kindheit zusammen auf diese teure Privatschule gegangen und seitdem wie eine eigene Familie sind. Das Buch spielt 22 Jahre später und inzwischen sind sie alle einflussreiche Geschäftsmänner und leiten irgendwelche Unternehmen und so weiter. Bla bla bla. Einer von ihnen ist sogar Präsident. Und na ja, dann wird einer von ihnen, der Anführer, derjenige, der sie damals alle zusammengebracht hat, ermordet und sein bester Freund wird beschuldigt, ihn getötet zu haben. Daraufhin tut er sich mit einer Frau zusammen, die er am Abend der Beerdigung kennenlernt und mit der er einen One Night Stand hat, um das Rätsel um die Ermordung aufzuklären. 

Mein erster Gedanke war: ja, cool. Liebesgeschichte und ein bisschen Spannung und Nachforschungen.  Gute Bewertungen hat es auch noch, count me in. 

Tja, die Realität sah da leider ganz anders aus. 

Die ersten 50 Seiten mochte ich. Wie gesagt, die Grundstory finde ich immer noch nicht schlecht, aber es hat nicht lange gedauert, bis mich nicht nur die völlig absurden Sexszenen und die Insta-Lovestory aus dem Konzept gebracht haben—versteht mich nicht falsch, ich mag Erotik. Ich lese gerne Sexszenen, auch die die etwas over the top sind, aber das hier… 

Ich zitiere einfach mal: 

„Er ließ ihre Beine los und teilte sanft die Blütenblätter ihres Geschlechts. »So ein hübsches Rosa. Und so schön glitzernd. Nur für mich?«


Ja, okay, vielleicht ist es nicht so schlimm. Darüber konnte ich ja immerhin noch lachen. Die schlimmen Sachen kommen aber noch keine Sorge. 

Mal davon abgesehen davon, dass unsere beiden Protagonisten absolut nichts gemeinsam haben, sie verbindet wirklich gar nichts, sie haben sich von Anfang an irgendwelche vertraulichen Sachen erzählt und wollten sich am liebsten gar nicht mehr trennen und haben die eine Nacht gleich auf ein ganzes Wochenende ausgeweitet und ich konnte es einfach nicht verstehen. Schon klar, sie fühlen sich zueinander hingezogen. Okay. Soll ja vorkommen, aber das Ganze drum herum—besonders das „normalerweise-mache-ich-so-was-nicht“ von Everlys (das ist übrigens ihr Name) Seite und dass es dann so dargestellt wird, dass sie nach drei Tagen nicht über ihn hinwegkommen würde, nur weil sie eine Frau ist. 

Ja. Richtig gelesen. Weil sie eine Frau ist.

Am Anfang war mir das vielleicht noch nicht so klar, aber jetzt wo ich ein bisschen darüber nachgedacht habe, meine Güte. Es dauert nicht lange bis sie sich nach dem Wochenende zusammen wiedersehen und dann fängt Gabe (so heißt er) an, sie herumzukommandieren. Er sagt ihr, was sie tun kann und was nicht und dass sie in Gefahr ist und dass sie nicht allein sein darf und dass sie bei ihm bleiben muss und dass er sie ja nur beschützen will. Bla, bla, bla.

Am Anfang ist Everly davon auch nicht besonders begeistert, aber sobald sie sich über Gabe aufregt, lächelt er oder berührt sie oder sagt ihr, dass er nicht will, dass sie stirbt (ja, vielen Dank auch Arschloch) und sie vergisst einfach, was vorher passiert ist und verzeiht ihm. Jedes verdammte Mal. 

Es gibt am Ende tatsächlich eine Szene, wo sie ihm die Meinung sagt und meint, dass sie sich nicht von ihm herumkommandieren lässt und dass sie nicht sein Frauchen ist, dass zu Hause bleibt und alles tut, was er sagt und er sagt: „normalerweise bin ich nicht so ein Arschloch, ich mache mir nur Sorgen um dich“ und nur fünf Minuten später folgt dann „ich könnte dich für einen Monat irgendwo einsperren, wenn ich wollte“ und dann fragt sie, ob er ihr überhaupt zugehört hat und dann kommt von ihm nur „zeig mir deine Brüste“. 

WTF. 

Sie macht das dann auch noch und dann haben sie Sex und nein, einfach nein. Fick dich, Gabriel. 

Wie gesagt, ich schreibe solche Rezensionen normalerweise nicht, aber ich war noch nie so sauer nachdem ich ein Buch beendet habe und was ich am allerwenigstens verstehe ist, dass das Buch von zwei Frauen geschrieben wurde. 
Ich meine, finden die das etwa okay? Finden die das romantisch? 
Ist es nämlich nicht. Es ist Shades of Grey all over again. 

Bewertung

Kommentare:

  1. Das Schlimmste an solchen Büchern ist doch, dass sie einfach durchgewunken werden. Und in letzter Zeit passiert das verdammt oft. (Ich denke da z.B. an "Paper Princess" oder "Den Mund voll ungesagter Dinge".) Deshalb find ich deine Rezension ziemlich gut, auch wenn ich das Genre nicht lese - es muss einfach jemanden geben, der das sagt.
    Dass zwei Autorinnen das geschrieben haben, zeigt nur noch mehr, wie sehr so ein frauenfeindliches Denken in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Erschreckend. Einfach erschreckend. :/

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    1. Ja, das ist es wirklich!
      Über Paper Princess habe ich ja auch schon so viele schlimme Dinge gehört und gelesen. Echt krass, dass diese Dinge in der Vergangenheit nie jemanden interessiert haben...

      Ja, ehrlich. Das war auch eins der Dinge, die mich am meisten wütend gemacht hat :/

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